Stilblüten
Zwischen Belustigung und Verzweiflung schwankt der gemeine Lehrer bei seinen nächtlichen Korrektursitzungen wenn wieder einmal ein Schüler in Schulaufgabe oder Extemporale (Stehgreifaufgabe, Steckreifaufgabe, Stehaufgreifgabe, Steggreifaufgabe) grausam daneben liegt. Denn grausam ist nicht nur die Note, die sich für den Schüler daraus meistens ergibt sondern auch die darin enthaltene Rückmeldung für den Lehrer. Stilblüten dokumentieren eben nicht nur die Grenzen der intellektuellen Kapazität des Schülers sondern auch die didaktischen Defizite des Lehrers. Vielleicht ist das ein Grund, warum viele Lehrer diesen Schatz an originellen Quergedanken lieber für sich behalten.
Aber so, wie meine Schüler oft mit einem gewissen Stolz zu ihren Ausrutschern stehen (Komme ich jetzt in Ihre Sammlung?), muss ich wohl auch eingestehen, dass in den tausenden von Musikstunden, die ich in den letzten 30 Jahren meinen Schülern zugemutet habe, ab und zu etwas schief gelaufen ist.
Ich erkläre hiermit an Eides statt, dass die folgenden Aphorismen alle echt sind. Ich habe lediglich das ein oder andere Mal mehrere Katastrophen zusammen gefasst.
Hier einige Kostproben, die (leider) laufend ergänzt werden.
Aktuelles aus dem laufenden Schuljahr:
Der Dirgent hat alle Noten in der Partytour.Im Nachspiel herrscht eine Suche nach dem richtigen Dreiklang.
Alle Töne laufen ineinander über.
Im Nachspiel bewegt sich die Tonhöhe von links nach rechts.
Die Orgel wird heute von einem Kompressor gespeist, früher vom Balkan.
Man kann verschiedene Register miteinander verkuppeln.
Köcherl hat alle Lieder von Mozart chronologisch komponiert.
Thema Oper:
Am Anfang steht der Libero, er muss die Oper reinigen von bestimmten Ausdrücken und den Text digitalisieren.Der Komponist schreibt die Songs. Sie sind entweder rezitierfisch oder arisch. Er erfindet auch den Titel der Oper. Dieser bezieht sich häufig auf den Inhalt.
Der Regisseur kann sich in das Verhältnis von Carmen und Don Chaussee einmischen. Er bestimmt, wer stirbt.
Der Konrektor studiert mit den Sängern ihre Rollen ein. Diese heissen Party.
Der Chronograph trainiert die Tänzer.
Eurydike war in der Unterwelt wegen tot.
Die Bläser spielen auf Emporen, da diese Instrumente zur Bundeswehr gehören.
Der Tenor ist der Sopran der Männer.
Der Bass ist oft ein Schwarzer.
Die erste Oper entstand in der Nachkriegszeit.
Die Frauenstimme zwischen Sopran und Alt heißt irgendwas mit Spezi.
Die Sänger fließen langsam ineinander.
Komische Figuren singen eine Buffalo-Stimme.
Der Klang der Stimme kommt auf die Form des Kopfes darauf an. Jeder Mensch hat deshalb seine eigene Stimme.
Früher wollte man den Stimmbruch verbieten, so entstand das Kastrat.
Die Bagger - Oper ist von Christopher Pepusch, der Gay genannt wurde.
Das hieß es auch von Händel, der aber für seine Freundin sein berühmtes Lied Hallo Julia komponiert hat.
Elgar war ein schlampiger Mensch, er hat seine Opern nicht nummeriert. Nach seinem Tod hat dann der Ritter Knöchel die Werke chaotisch (Variante: chronisch, H.K.) geordnet.
Langgezogene Geigen stellen Geborgenheit dar.
Im Auto ist es so gemütlich wie in der Oper.
Durch die tiefen Töne werden die sexuellen Triebe des Hauptdarstellers gezeigt.
Das Todes-Motiv soll den Hörer an etwas Schlimmes erinnern, nämlich an O-telo der die Callas umgebracht hat..
Zwischen zwei Arien wird immer ein Minarett gespielt. Nach der Durchführung kommt die Rendite.
Die hohen Töne sind leiser als die lauten.
Aus dem Leben der Komponisten:
Beethoven sagte: So pocht das Schicksal an die Tür - oder so ähnlich. Er war nämlich taub.Berg und Webern waren Schüler von Schönberg an einer Wiener Schule.
Bach ging zu Fuß nach Hudebuxte.
Beethoven war freischaffender Künstler. Er war nicht mehr abhängig von Mätressen.
Händel ging zu Fuß nach Italien, das dauerte mehrere Tage.
Er reiste nach Italien um sich was zu essen und viel trinken zu kaufen und weil er die Ober kennen lernen wollte.
Chopain lebte in Mallorca.
K.V. ist die Abkürzung für Köchelverhältnis.
Instrumentenkunde und Spieltechnik:
Die Bassdrum verwendet man mit dem Fuß zum Rock. Man füllt sie mit Stoff, damit sie nicht so voll klingt.Auf den Tomtoms soll man nicht pattern.
Es gibt Besen, die wie Besen ausschauen.
Die Snare drum wird mit dem linken Fuss gespielt.
Der Bassschlüssel ist beim Schlagzeug eine Art Violinschlüssel.
Der Schall reicht immer bis zum ersten Loch.
Das indische Nationalinstrument ist die Bontempiorgel
Das größte Musikinstrument ist der Konzernflügel.
Das Ride Becken heißt so, weil es es sich anhört, als ob man auf ihm reitet.
Der Name snare drum kommt von dem schnatternden Geräusch.
In der Klassik entdeckte man das große Orchester.
Die Klangfarbe wird durch die Blaßinstrumente bereichert.
Man bläst auf die Kante und fährt mit der Stange raus und rein.
Der Luftstrom wird auf eine Kante gelenkt, wo ein Unterdruck entsteht und dann pfeift es.
Mit der Griffhand nackeln heißt vibrato.
Wenn man bei Blasinstrumenten die Ventile bewegt ohne hineinzublasen, gibt es einen Schlabberlaut.
Links steht das Dreschbecken (Crashbecken, H.K.)
Die Geige gehört zu den Chlorophonen.
Nicht einfach: Die Musik des 20. Jahrhunderts:
Die Streicher werden geschlagen, das Holz wird gehackt und die Blechbläser gestopft. Bei den Streichern kann man auch mit den Fingern auf den Körper klopfen.Der Schlusston hört erst auf, wenn er verstummt. Das heißt morendo: sterbend singen.
Klangfarbenmelodie ist die Änderung der Melodie der Klangfarben, wie man sie bei Instrumenten durch verschiedene Instrumente ändern kann, geschieht das bei Ligeti durch die gesungenen Vokale. Man kann es nicht als richtig bezeichnen.
Musikalische Dichte bedeutet Töne pro Quadratmeter.
Das ist Stufenmusik weil es schnell auf und ab geht.
Man greift eine Saite des Instruments auf, lässt sie zurückschnalzen, wie bei Hosenträgern und drückt dann mit dem Daumen drauf.
Strawinskys wichtigste Werke: Sinfonie in Eis und Feuerfliege.
Die Schaffensperioden von Strawinsky waren die beiden Weltkriege.
Picasso diente als Hintergrundmaler von Strawinskys Konzerten.
Strawinsky wollte die Hörer seiner Stücke vermutlich verarschen.
Man bläst die Blechbläser ohne Tonerzeugung.
Resulting patterns findet man nicht nur in der Musik sondern auch bei Autoreifen, die sich erst vorwärts und dann rückwärts bewegen.
Drumming ist kein Lied, weil es ein rein akustisches Stück ist.
Drumming, wörtlich trommeln, ist eine Komposition in der mithilfe von Trommeln Töne erzeugt werden.
Wenn sich die Spieler gegeneinander verschieben heißt das face-shifting.
Daraus ergibt sich, dass jeder Ton gespielt werden muss, bevor er sich wieder erholt.
Später hat man die Möglichkeiten der Dodekaphonie noch verstrengert.
Auch die Popmusik hat ihre Tücken:
Rapmusik ist in der gesellschaftlichen Unterstufe entstanden, im schwarzen Pruliterat (Variante: Pralletariat, H.K.).Weil Brian Jones ertrunken war, fiel das Konzert ins Wasser.
Die Texte sind wer oder weniger Geschichte wie bei den Gorkis aus Afrika.
Daraus entstand dann der Rap, in Deutschland waren es die Minnesänger.
Zuerst wurde es als Kriegserklärung verstanden, später wurde daraus der der break-dance.
Nach dem Swing kam der Beppo.
In der Southbronx gibt es schwarze und andere Nationalitäten.
Die Schwarzen aus Afrika wurden nach Amerika eingeliefert.
Wenn ein Bluesmusiker und ein deutscher Musiker miteinander spielen, kommt eine blue-note heraus.
Die Texte wurden enthärtet und es entstand der Rock'n'Roll.
Man tanzte den break-dance auf dem Boden.
Sie battelten sich indem sie gegeneinander breakdancten.
Kriminelle, die sich in Banden zusammenschlossen, die meisten von ihnen waren DJs.
Die Langplatten werden auf dem Plattenteller hin- und herbewegt. Oft mehrere Platten nebeneinander.
Damit der Saal musikalisch gut ausgefüllt wird, entsteht die E-Gitarre.
Die Menschen dort kommen aus allen möglichen Ländern, weshalb es dort viele verschiedene Nationalitäten gibt.
Zum Mixer gehören auch die technischen Effekte wie der Verzehrer.
Die Gesamtlautstärke ist unterschiedlich, je nach Musikstill.
Man muss verhindern, dass die Musik auf das Mikrophon zurückfällt. Das ist Rückkoppelei.
Und dann noch:
Hörimitation gibt es bei Till Eulenspiegel von Wagner, wenn man am Schluss das Beil fallen hört.Der Wald bekommt ein Horn.
In der Romantik sehnten sich die Romantik nach einem räumlich anderen Raum.
Romantische Künstler begingen häufig Selbstmord.
Wie das Wort Romantik schon aussagt, träumt der Romantiker von einer irrealen Märchenwelt. Für ihn war das Lebensgefühl der erlösende Tod.
Paganini beherrschte die Geige und konnte viele Schläge pro Streich erzeugen.
Patentisierung ist die Überbesetzung eines Stückes mit Musikern.
Bei der Programmmusik sollten Geschichten mit Hilfe von Sound bildhaft gemacht und Eindrücke ausgedrückt werden, z.B. der Narrentanz von Schumann oder die Köpfung von Jean Paul.
Im Pavillion von Schumann wird eine Gesinnung so vorherrschend ausgedrückt, dass keine andere Vorstellung mehr möglich ist.
Brahms war unsterblich in Clara Schumann verliebt, die war aber schon mit einem Geisteskranken verheiratet.
Assoziation: Wenn ich die Hosen (gemeint: "Tote Hosen", H.K.) auf Walkman gehört habe, als ich mit dem Rad gegen einen Baum gefahren bin, erinnere ich mich jedesmal daran, wenn ich wieder die Hosen höre.
Die Boxen sollen genau zwischen dem Hörer stehen.
Ölige, cremige Musik.
Musik alimiert zum Träumen.
Musik kann den Wein verfeinern.
Wie das Wort tertiär schon sagt, sind diese Dinge am zweitwichtigsten.
Eine Zielgruppe hängt von bestimmten Sachen ab wie Übergewicht oder Bildung.
Rondos sind meistens am Ende.
Die Ziegelgruppe hat besondere Bedürfnisse.
Der Schar (Schah, H.K.) mit seinen Gevolksleuten.
Wenn man z.B. ein Notenverhältnis hat kann man das mit Hilfe der Frequenz herausfinden.
Ich gehe davon aus, dass der/die Hörer/in männlich ist.
Es kann sein, dass ein Kind, das z.B. in München geboren ist, dessen Eltern aber sächsisch sprechen, z.B. weil sie aus Sachsen kommen, sächsisch spricht (das Kind).
Nachdem der Ton gebildet ist, geht er in die Resonanzräume des Gesichtes und wird in einen Klang verwandelt. Dann kommt er in den Zungengrund wo die Vokale gebildet werden. Anschließend gehen die Wörter in die Luft.
Die Obertonreihe wird ausgestoßen und schon spricht man.
Durch die Erfindung des iPod senkt sich die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde.
Es gibt kleine Schallkügelchen in der Luft, die, wenn sie sozusagen von der Luft durch unseren Mund in Bewegung geraten.
Belauscht
(Hausaufgabe war herauszufinden, wie bei Monteverdi der Gott der Unterwelt heißt.)Schüler korrigiert seinen Nachbarn: Er heißt Pluto, nicht Pluton. Das verwechselst du mit diesem Philosophen, dem Plankton.
Besprechung für eine Klassenparty: Kann irgendjemand Musik mitbringen oder was? Hat noch wer irgendwie eine Idee oder was? Vielleicht was man machen könnte oder wie? Keine Ahnung oder so, vielleicht.
